Frank Ortolf zu Besuch bei der AWO-Konstanz
Niedrigschwelliges Angebot der AWO Konstanz entlastet Behörden und stärkt die Hilfe zur Selbsthilfe.
Konstanz, 8. Februar 2026 – Frank Ortolf, SPD-Landtagskandidat, hat sich bei der AWO Konstanz über deren Arbeit informiert. Die AWO Konstanz engagiert sich seit Jahrzehnten in der Quartiersarbeit und bietet Begegnungsangeboten sowie niedrigschwellige Hilfe für Selbsthilfe und Vernetzungsmöglichkeiten an. Die Antragshilfe ist ein besonderer Erfolg: Seit über 20 Jahren unterstützt sie Ratsuchende dabei, sich im Behördendschungel zurechtzufinden. Aktuell sind vier Ehrenamtliche für die Antragshilfe aktiv. Sie bieten Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen unter anderem für Wohngeld, Elterngeld und andere existenzsichernde Leistungen an. Das Angebot ist kostenlos und fester Bestandteil der Arbeit im Treffpunkt Chérisy, ein Wohngebiet, in dem sich besonders viel geförderter Wohnraum befindet.
In der heutigen, zunehmend digitalisierten Verwaltung gewinnt das Angebot immer mehr an Bedeutung. Die Anträge werden immer komplexer und es geht längst nicht mehr nur um Sprachbarrieren, sondern um einen kaum durchschaubaren bürokratischen Dschungel. Digitale Hürden wie komplizierte Apps, eAkten oder fehlende Hardware erschweren den Zugang zu Leistungen zusätzlich. „Das Ausfüllen von Formularen am Handy ist nicht so einfach wie auf Papier. Es sollte nach wie vor beides möglich sein“, sagt Karin Wäschle, Mitarbeiterin des Treffpunkt Chérisy.
Die Antragshilfe ist jedoch noch viel mehr als ein reiner Ausfüllservice. Sie schafft Begegnungsräume, holt Menschen aus der Isolation und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Nicht nur ältere Menschen, sondern auch Jüngere, Studierende und Geflüchtete nutzen den Treffpunkt als Ort der Begegnung. „Kleine Ausflüge und die Möglichkeit, sich ehrenamtlich einzubringen, stärken das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Wenn Ratsuchende selbst zu Unterstützenden werden, ist das ein besonders schöner Erfolg“, fasst Hannes Ketterer vom AWO-Ortsverein Konstanz zusammen.
Die enge Vernetzung der AWO mit anderen Hilfeanbietern schafft ein dichtes Unterstützungsnetz. Viele Studierende sammeln hier wichtige Praxiserfahrungen. Das fachliche Know-how der Hauptamtlichen sichert die Qualität der Antragshilfe: Ehrenamtliche hospitieren zunächst, bevor sie selbstständig arbeiten. Finanziert wird die Antragshilfe durch eigene Mittel, städtische Zuschüsse und den Ortsverein, der den Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung zahlt. Zugleich steht die Finanzierung der Arbeitslosenhilfe in der Landesregierung immer wieder zur Debatte. Dabei zeige auch das Arbeitslosenberatungszentrum in Singen, wie sinnvoll und erfolgreich solche Angebote sind, so Regina Brütsch, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Konstanz.
Für Ortolf steht fest: „Freie Träger wie die AWO sind ein unverzichtbarer Pfeiler unseres Sozialstaats. Es ist gut, wenn nicht alles auf den Staat und die Kommunen abgewälzt wird, doch dafür brauchen diese Strukturen langfristige Sicherheit und verlässliche Finanzierung.“
