Klimaziele, Naturschutz, Wohnraum: Frank Ortolf im Gespräch mit Umweltschützern im NABU-Bodenseezentrum
Frank Ortolf, Landtagskandidat der SPD, besuchte im Rahmen seines Wahlkampfs auf Einladung der NABU-Ortsgruppe Radolfzell-Hegau das NABU-Bodenseezentrum. Mit Vertreterinnen und Vertretern des NABU und BUND diskutierte Ortolf über Konflikte zwischen Klimazielen und Naturschutz auf der einen und Verkehr sowie Wohnungsbau auf der anderen Seite.
Der Naturschutz fehle oft in der Debatte zur Energiewende, so Eberhard Klein, Leiter des NABU-Bodenseezentrums: „Energie sparen, das ist entscheidend, es gibt keine rein naturfreundlichen Energien.“ Keine Flächen mehr versiegeln, sondern entsiegeln, ist eine weitere Forderung. Denn, wie es der Sprecher des NABU Konstanz Lorenz Mattes formuliert: „Nicht die Wirtschaft wird unseren Wohlstand langfristig sichern, sondern der Naturschutz, indem er die Biodiversität schützt.“
Das Wahlprogramm der SPD sieht Klimaneutralität bis 2040 vor, mit 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren, Ausbau von Photovoltaik auf landeseigenen Flächen und Ladeinfrastruktur. Ortolf setzt sich darüber hinaus für flächenschonendes Bauen ein, doch sagt auch: „200.000 Wohnungen fehlen, es gilt, bestehende Flächen klug zu nutzen und die Quote für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen.“ Zu den Forderungen aus der Runde zum Thema Wohnungsbau gehören: keine neuen Bauflächen ausweisen, Genossenschaften fördern, in Kommunen Leerstandsmanager einsetzen. Radolfzell habe gezeigt, wie gut eine solche Stelle funktioniere. Auch der Blick über die Grenze lohne sich laut Jarid Zimmermann, Geschäftsführer des BUND Konstanz: In Zürich wird eine Leerwohnungsziffer von 0,1 Prozent erreicht. Bestandsmanagement statt Neubau, lautet das Stichwort, führt Beate Giesinger, eine der Sprecherinnen des NABU Ortsvereins Konstanz-Radolfzell aus: „Ausgleichsmaßnahmen kontrollieren, Supermärkte und Gewerbe zur Sanierung verpflichten, Denkmalschutz als Partner sehen“.
Am Ende wurde der Wunsch an die künftige Landesregierung konkret: Der in anderen Bereichen geforderte Bürokratieabbau gehe oft zu Lasten des Artenschutzes, denn Gutachten würden dadurch fachlich mangelhaft, was Projekte unnötig verzögert. Auch dass die CDU plane, das Verbandsklagerecht zu streichen, sei für den Naturschutz keine gute Nachricht, so Thomas Körner, Geschäftsführer Bezirksverband NABU Donau-Bodensee. Das Gebot der Stunde sei, dem Umwelt- und Naturschutz einen höheren Stellenwert einzuräumen. „Naturschutz schützt unsere Lebensgrundlage und darum ist er so wichtig. Wir brauchen hochwertige Lösungen, keinen Populismus“, fasst Ortolf zusammen.
